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2020

Münchner Stadtanleihen

Sicherheit ist bei vielen Anlegern ein wichtiger Aspekt. Damals erinnerte Günther Schild daran, dass Bundeswertpapiere sicher sind. Neben den Schuldentiteln des Staats geben auch Städte Anleihen heraus. Die Stadt München gilt als solider Schuldner.

Ein gesunder Schuldenstand

Die Stadt München hat relativ wenig Schulden und eine große Wirtschaftskraft. Damit hat sie eine gute Schuldentragfähigkeit.

Nach 14 Jahren ohne Nettoneuverschuldung hat die Stadt jedoch in Februar 2020 neue Schuldscheine herausgegeben. Der Schuldenstand war Anfang 2020 der niedrigste seit 1982.

Neben dem gesunkenen Verschuldungsgrad ist die Bevölkerung gewachsen. Damit ist auch der Schuldenstand pro Einwohner relativ niedrig. Nach der Emission von Februar 2020 beträgt die Verschuldung Münchens ungefähr 500 Euro pro Kopf.

Dank einer jahrelang sehr guten Wirtschaftskonjunktur und trotz hoher Ausgaben nimmt München regelmäßig mehr ein als es ausgibt. Die Stadt könnte es sich also leisten, seine Schulden zu tilgen und Schuldenfrei zu werden. Warum will nun die Stadt ein Kreditrisiko eingehen, statt sich vom Geldmarkt unabhängig zu machen?

Die Antwort ist vielseitig.

Soziale Verantwortung

Zum einen will die Stadt die Gentrifizierung bekämpfen. Dafür nutzt München sein Vorkaufsrecht, um Wohnungen zu kaufen und den Mietern ein Mietniveau garantieren, der unter dem Marktpreis liegt. Der Ankauf von Wohnungen in großer Menge kostet der Stadt viel Geld und offiziell soll das angesammelte Geld ausschließlich diesem Geschäft dienen. Nur kann der Zweck der Anleihe nicht festgeschrieben werden und so kann nur im Nachhinein geprüft werden, ob diese Angabe stimmt oder nicht. Immerhin gibt die Rating-Agentur imug zu, dass diese Anleihe mit den Social Bonds Principles kompatibel ist.

Positive Hebelwirkung

Auch für die Finanzen der Landeshauptstadt soll dieses Geschäft lukrativ sein. Der Zinssatz von 0,25% liegt weit unter der Mietrendite von 2,5 bis 3%. Dadurch ist der Hebeleffekt günstig für die Stadt. Wohlbemerkt: Zum Zeitpunkt der Anleiheemission liegt der Zinssatz einer Baufinanzierung für Privatpersonen mit ähnlichen Rahmenbedingungen knapp unter 1%. So verschuldet sich die Stadt günstiger als die meisten Privatinvestoren. Eine Tilgung ohne Refinanzierung am Ende der Laufzeit von 12 Jahren ist zwar ambitioniert, jedoch noch möglich, wenn der Kassenüberschuss nicht nachlässt. Ob sich die gehebelte Anlage im Endeffekt wirklich lohnt, hängt von vielen Faktoren ab. Die Höhe der Inflation ist dabei eine entscheidende unbekannte Variable.

Günstige Zinsen

Die Kommunalanleihe, mit ISIN DE000A254SP3 und WKN A254SP, laufen insgesamt 12 Jahre und der Kupon beträgt 0,25%. Er liegt also im positiven Bereich, im Gegensatz zur Rendite deutscher Staatsanleihen zum Zeitpunkt der Emission. Dieser Unterschied mag großen Anleihekäufern wie Versicherungsunternehmen oder Pensionsfonds gefallen. Auch reiche Münchner können damit auf eine positive Rendite hoffen. Die Stückelung beträgt 1.000 Euro und ist somit Kleinanleger-freundlich.

Und wie ist es mit Corona?

Die Corona-Krise hat die Stadtskassen leergefegt. Die Wirtschaft läuft nicht ordentlich und so sinken auch die Einnahmen der Stadt. In diesem Zusammenhang Schulden zu haben ist schlecht. Allerdings sollte alles wieder rund laufen, sobald die Corona-Pandemie beseitigt ist. Bis dann, Abstand halten, Maske tragen, Hände regelmässig waschen und bleibt gesud!

Weiterführende Information

Webseite der Stadt München
Schuldenstand der Stadt München
Ein Artikel über den Münchner Haushalt
Zusammenfassung auf YouTube
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